Workflow eines zwei Reihen Hochformat Panoramas.

Schritt für Schritt Anleitung! 

Benötigte Software:

PTGui - https://www.ptgui.com/

Adobe Lightroom - http://www.adobe.com/de/products/photoshop-lightroom.html

Adobe Photoshop - http://www.adobe.com/de/products/photoshop.html

Technik: Canon 1100d | Samyang 14mm f2.8 |Cullmann Stativ | Kugelkopf |Selbstbau  Nodalpunktadapter

Aufnahmedaten: 2X - 13x Hochformat | 1x Zenit Hochformat | 1x Zenit Querformat  | 20s. | 14mm | f2.8 | ISO 3200 | o. Nadir  

Gestitcht mit PTGui (eine Genaue Anleitung findet Ihr hier: https://neunzehn72.de/panoramafotografie-erstellen-eines-360%C2%B0-panoramas-mit-ptgui/)

Ihr seht hier das Gesamte Panorama das wir gemeinsam, Schritt für Schritt mit den Programmen Fitswork, Lightroom & Photoshop CC entwickeln werden.

Erfahrene Fotografen erkennen jetzt bereits die Starke Lichtverschmutzung des Vorstadthimmels. Diese zu Minimieren wird unser Erster Schritt.


Schritt 1: Stretchen und Vorbereiten in Fitswork.

Öffnet das Panorama unter Datei/Öffnen

 Als erstes lasse ich einige Automatische Prozesse durchlaufendie ich auch bei meinen Deepsky Aufnahmen mache. Es hat sich gezeigt das es auch bei dieser Art von Bildern sehr Effektiv ist.

Gradienten ebnen mit Fitswork

Einen Link dazu habe ich auch zur Erklärung angefügt.

Astro Hardy hat hier eine sehr Einfache Erklärung des Prozess: https://www.youtube.com/watch?v=B5hgFSHzmLQ

ANMERKUNG: Fitswork öffnet nach jeder änderung das Bild in einen neuen Fenster. So kann man jederzeit zur vorherigen Bearbeitung zurück Springen. Das ist sehr Hilfreich wenn man mit einer Aktion nicht zufriden ist.


1. Gradienten entfernen







2. Ebnen Hintergrund Nebel







3. Ebenen Hintergrund Sterne

(Optional ,weil nicht immer angebracht) Ich habe es bei dieser Aufnahme nicht gemacht, weil das Bild zuviel Details verloren hatte.

 

Das Bild sollte nun schon sehr viel klarer und Sauberer erscheinen. Auch die Lichtverschmutzung wurde schon deutlich reduziert.



Als nächstes Zoomt mit dem Mausrad in das Bild und sucht Euch einen Schwarzen oder möglichst Dunklen Pixel raus und klickt mit der rechten Maustaste darauf. Klickt nun auf Pixel als Schwarzwert nehmen.

BEMERKUNG:

Auch hier ist es nicht immer sinnvoll diese Aktion auszuführen. Es kommt auf das Bild an.



Die Unterschiede der einzelnen Aktion kann man jetzt deutlich erkennen. Die Lichtverschmutzung wurde bereits moderat reduziert.


Speichert das Bild nun als Tiff Datei ab.


Schritt 2: Entwickeln in Lightroom

Importiert das Bild in Lightroom und geht auf dem Reiter Entwickeln.


Als ersten Schritt ist es Wichtig den Weißabgleich anzupassen. Ich bevorzuge da eine Technik die Ich bei www.Sternenhimmel-Fotografieren.de gefunden habe. Aber auch die Pipette ist hier ein geeignetes Werkzeug. Probiert selbst was Eurer Meinung nach ein besseres Ergebnis bringt.

Ich habe die Dynamik & Sättigung auf 100% gestellt und mit Temperatur & Tönung den WB  eingestellt. Achtet darauf, dass das Bild nicht zu Blau und auch nicht zu Grün oder Lila wird.

Danach stellt die Dynamik & Sättigung, mit einen Doppelklick auf die Bezeichnung, wieder auf null.

ANMERKUNG: Den WB kann man jederzeit weiter Anpassen. Der erste Abgleich dient nur zur Vorentwicklung. 


Jetzt können wir das Bild Entwickeln.

Ich erhöhe den Kontrast etwas die Tiefen, Weiß und Schwarz um das Bild insgesamt  heller zumachen. Auch ein wenig Klarheit ist erlaubt. Viele nehmen hier bereits die Lichter voll raus , aber ich habe die Erfahrung gemacht das während der Entwicklung selektiv zu machen.














Als nächsten Schritt Verwenden wir den Verlaufsfilter  um den Vordergrund (VG) zu Bearbeiten.                     

Zieht den Verlaufsfilter von unten nach oben damit der Vordergrund Ausgewählt wird und Vergrößert den Verlauf über das ganze grüne Feld.














Ich habe jetzt wieder den Kontrast erhöht um das Bild noch klarer zu bekommen. Des weiteren  habe ich die Lichter Reduziert und die Tiefen erhöht um den VG heller zu bekommen ohne das ich das Rauschen zu sehr  hervor hebe. Noch etwas Klarheit rein und ein wenig Rauschen entfernt. Das sollte vorerst reichen.

Nun kommen wir zum Himmel und der Milchstraße. Auch hier Arbeite ich als erstes mit dem Verlaufsfilter. Wir haben auf diesem Bild einen Stark Lichtverschmutzen Horizont. Den gilt es noch etwas mehr zu entfernen. Aber nicht zu viel, sonst wirkt es unnatürlich und man sieht unerwünschte Ränder.

Zieht den Verlaufsfilter von oben nach unten damit der Hintergrund Ausgewählt wird. Stellt ihn schmal ein und legt ihn genau auf den Übergang von VG und HG.













Nehmt jetzt die Lichter voll raus und schaut, ob Ihr einen Dunklen Rand an den Übergängen zum Himmel seht. Wenn ja, dann gebt wieder etwas Lichter hinzu bis es passt. Bei meinen Bild sieht man jetzt das ich meine Aufnahmen zu stark überlappt habe. Das überblenden hat hier deswegen nicht so gut funktioniert und man sieht einen leicht dunklen Rand auf Baumhöhe. Aber auch das bekommen wir noch in den Griff.

Insgesamt ist mir der Himmel noch zu warm, deshalb reduziere ich die Temperatur noch etwas. Achtet darauf das die Balance zwischen Temperatur & Tönung ausgeglichen bleibt.

Meine Einstellung im Überblick:














Als nächstes widmen wir uns den hellen Bereichen um den bereits genannten Randeffekt zu entfernen.

Wählt hierfür den Korrekturpinsel.

Stellt Euren Korrekturpinsel so ein das Lichter und Tiefen Reduziert und warme Elemente  Kühler wirken läßt..

Markiert nun die zu hellen Bereiche in dem Ihr den Korrekturpinsel eine Weiche Kante und eine Schwache Dichte gebt.

MERKE: Je schwächer die Dichte umso feiner könnt Ihr selektieren.

So könnt Ihr langsam und selektiv die hellen Bereiche an die Dunklen stellen angleichen.

AMERKUNG: auch hier gilt es nicht zu viel abzudunkeln sonst wirkt es am Ende der Entwicklung zu unrealistisch.

Selektierte Bereiche sind hier in Rot dagestellt














Das Zwischenergebnis sieht doch schon ganz gut aus. :-) Aber wir sind noch nicht ganz fertig. 














Milchstraße mit dem Radial-Filter entwickeln:

Um die Milchstraße zu entwickeln benutze ich immer den Radial-Filter. Mein Lieblingswerkzeug in Lightroom.

ANMERKUNG: Vergrößert Euch den Teil den Ihr bearbeiten wollt mit dem Zoomregler.

Wählt den Radial-Filter aus

Grundeinstellung der Maske:

Stellt zuerst alle Einstellungen der Maske auf null und den Haken bei Maske umkehren, damit der Innere Bereich des Filters ausgewählt wird.

Jetzt markiert einen Teilbereich der Milchstraße. Ich fange meistens mit dem Zentrum nahe dem Horizont an, weil das der Bereich mit den meisten Details und der größten Lichtverschmutzung ist. Wenn hier alles eingestellt und alle Details (soweit es realistisch möglich ist) gemacht wurden ist die restliche Entwicklung  der Milchstraße ein Kinderspiel.














Jetzt wird an den Reglern gespielt und aus dem Milchstraßenzentrum raus geholt was (realistisch) geht. Ich beginne immer mit dem Kontrast und der Klarheit. Den Kontrast  erhöhe ich Anfangs sehr Stark auf bis zu 90 und die Klarheit soweit das mal die Strukturen schon gut erkennen kann. Dann reduziere ich etwas die Belichtung und Erhöhe Lichter und Tiefen um die Hintergrund Details hervorzuheben. Wenn es jetzt wieder zu hell erscheint dann reduziert etwas die Belichtung. Man sieht also was ich mit dem Spielen der Regler meine. Stellt die Einzelnen Regler ruhig mal auf 100 oder -100 um zu sehen was passiert. Meistens ist aber weniger mehr, um mal klug zu reden. Am ende gebe ich noch etwas mehr Klarheit und Sättigung rein. Nun ist das Zentrum Entwickelt und wir können unsere Maske auf die anderen Teile der Milchstraße kopieren und ggf. anpassen. 














Um eine Kopie der Maske zu machen klickt Ihr mit der Rechten Maustaste auf den Radial-Filter und wählt Duplizieren.






Nicht erschrecken, denn Lightroom legt die Kopierte Maske genau über die andere. Ihr braucht jetzt nur noch die Maske nehmen und über den nächsten Teil der Milchstraße verschieben. Also Kinderleicht. Worauf Ihr jetzt noch achten müsst, das der Weißabgleich noch passt. Denn jeder Bereich der Milchstraße sieht etwas anders aus und braucht seine eigene Entwicklung.



So sieht der Bereich über dem Zentrum doch sehr viel Bläulicher aus. Also reduziere ich die Temperatur bis es wieder ansprechend und angeglichen zum Zentrum wirkt. Ihr könnt auch wieder etwas die Tönung verstellen, die Lichter raus nehmen oder die Tiefen erhöhen. Ihr solltet nur darauf achten das die Übergänge der einzelnen Masken nicht zu sehen sind. Deshalb auch eine Weiche Kante. 


Auf diese weise bearbeitest Du die ganze Milchstraße. Stück für Stück. 













Wenn das Erledigt ist haben wir schon ein recht ansprechendes Ergebnis. 



Jetzt geht es noch an den Feinschliff.

Ich finde der obere Teil vom Himmel ist noch etwas zu Schwarz. Den werde ich mit einen weiteren Verlaufsfilter noch ein klein wenig Aufhellen und die Temperatur etwas mehr ins Blaue ziehen. Auch sehe ich in der Gesamtansicht das im Rechten Teil der Milchstraße es noch etwas zu Blau wirkt, also werde ich auch hier nochmal den Radial-Filter etwas Anpassen.

Jetzt gehen wir wieder in die Grundeinstellungen und wie Ihr sehen könnt haben wir alle Entwicklungsschritte selektiv erarbeitet. So haben wir auch jetzt noch die Möglichkeit fast alle Regler zu nutzen um dem Bild den letzten Touch zu geben, bevor wir in Photoshop noch etwas mit den Sternen machen werden.

Nehmt noch mehr Lichter raus und erhöht gleichzeitig die Tiefen, gebt Klarheit (nicht höher als 40, da sonst zu viel Rauschen entsteht)  und Dynamik (die mache ich nie höher als 30) rein. Sättigung hingegen lasse ich meistens unbenutzt. Wenn überhaupt reduziere ich diese ein wenig, wie in diesem Fall.

Mit diesen Einstellungen komme ich jetzt zu nächsten schritt.  










Graditionskurve 

Hier müsst Ihr sehr Vorsichtig mit umgehen den hier kann man sich das ganze Bild zerstören. Wenn Ihr nicht sicher seid dann last diesen Schritt aus.

LIchter & Tiefen lasse ich immer unverändert. Lediglich die Dunklen Bereiche habe ich etwas reduziert. 





Kommen wir zur Farbe

Hier ist es möglich die Einzelnen Farben anzupassen.

In diesem Bild will ich nur die Gelben und Orangen Farben etwas abgleichen um den linken unteren Teil der Milchstraße etwas die Sättigung raus zu nehmen. Man kann das zwar auch wieder mir dem Korrekturpinsel machen, aber so kann ich gleich alle Farbbereiche gleichzeitig einstellen und mit dem Korrekturpinsel geht das nur selektiv. Damit, was Orange ist, nicht mehr so kräftig erscheint verschiebe ich den Regler Farbton mehr in Richtung Gelb und erhöhe Sättigung und Luminanz. Den Gelbanteil habe ich entgegen in Richtung Orange geschoben, die Sättigung und die Luminanz dagegen reduziert.Nun wirkt der Bereich am linken Rand der Milchstraße viel angenehmer. Alle anderen Farben habe ich so belassen. 


Schärfen und Rauschen reduzieren.

Klickt auf Details.

Wählt auf dem Vorschaufenster einen Bereich im Bild aus. Ich habe einen Bereich im Zentrum der Milchstraße gewählt weil es hier auf die meisten Details ankommt.

Um nicht alle Bereiche zu Schärfen ist es wichtig das Bild zu Maskieren. Schiebt hier mit gehaltener ALT-TASTE den Maskierungsregler soweit nach rechts bis nur noch Konturen im Bild zu erkennen sind. 

Nun Schärft das Bild in dem Ihr den Betrag erstmal auf 50 stellt. Als nächtes wird die Luminanz bei der Rauschreduzierung soweit  verschoben bis eine fast nicht mehr Pixlige Vorschau zu erkennen ist. Dann erhöht Ihr nochmal den Betrag beim Schärfen um etwa 10 auf 60. Achtet darauf dass das Rauschverhältnis so gewählt wird dass das Bild nicht schwammig wirkt und die Details verloren gehen. Alle anderen Einstelungen lasse ich wieder unberührt. Bitte bedenkt das diese Werte nur auf dieses Bild passen. Jede Aufnahme muss individuell geschärft werden, weil auch die Exifs immer wieder andere sind. Und es gibt Kameras die vom Rauschverhältnis sehr viel besser sind als meine Canon 1100d.

Das Vorläufige Endresultat



Wer sich jetzt fragt wieso habe ich das Bild noch nicht Freigestellt habe, dem sei gesagt das ich aus diesen Panorama auch noch ein Sphärisches 360° Panorama machen möchte.

Wie schon in vielen Tutorials geschrieben wurde ist die  Entwicklung eines Milchstraßenpanoramas immer wieder anders, denn jedes Bild ist auch anders Aufgenommen. Ich hoffe trotzdem eine eindruck davon Vermittelt zu haben wie Anspruchsvoll und Zeitaufwendig eine solche Entwicklung sein kann.

Wer jetzt kein Photoshop hat kann sein Eigenes Bild Freistellen und abspeichern. Für alle anderen geht es gleich weiter.

Exportiert das Bild nun als Tiffdatei und öffnet es in Photoshop. 














Schritt 3. Sterne aufhellen in Photoshop 

Dupliziert als erstes die Hintergrund Ebene.











Als nächstes  die Ebene Kopieren mit ALT-Taste drücken und halten, dann mit links auf Maske hinzufügen klicken, das ist das rechteckige Symbol mit dem Kreis drin. 











Wählt die Hauptmaske aus und Kopiert das Bild in die Maskierung in dem Ihr mit (STRG + A), das Bild markiert und dann mit (STRG + C) in die Zwischenablage kopiert. Dann wählt die Ebenenmaske ALT + Linksklick aus und fügt das Bild aus der Zwischenablage ein (STRG + V).

Mit (STRG + D) könnt Ihr die Auswahl aufheben. 
















Anschließend das Bild mit (STRG + I) invertieren.















Das Bild mit den Gradationskurven weiter abdunkeln.















Ihr könnt jetzt auswählen wie Ihr am besten die Bereiche abdunkeln wollt, aber ich empfehle die Schwarze Pipette. Sucht euch einen hellen Pixel (keinen weißen) und klickt drauf um diese Bereiche abzudunkeln. Es sollte dann ungefähr so aussehen.
 


Wenn jetzt  noch andere Teile das Bildes weiß erscheinen, dann können diese mit einen Schwarzen Pinsel übermalt werden. 


Anschließend mit (Filter -> Weichzeichnungsfilter -> Gaußscher Weichzeichner) Weichzeichnen (Radius nur so viel das die Sterne noch klar sind).

Hellere Sterne mit einem weißen und weichen Pinsel nachbearbeiten, so dass keine "Donuts" mehr zu sehen sind.

 "Autokontrast" drüber laufen lassen (Bild -> Autokontrast).

Mit Klick auf das linke Thumbnail das eigentliche Bild wieder sichtbar machen. 

Jetzt mit kann man die Helligkeit der Sterne einstellen, (Bild->Korrekturen...->Helligkeit/Kontrast oder Tiefen/Lichter). Nicht zu stark sonst wirkt es schnell zu unnatürlich.

Die beiden Ebenen auf eine Ebene reduzieren. Freistellen. Fertig